Der erste Abend
Hui – da wurde uns aber nicht zuviel versprochen, wenn man uns sagte, man müsse das Rotlichtviertel unbedingt gesehen haben am Abend. Tatsächlich. In Schaufenstern präsentieren sich die Ladys. Aber das sind nicht etwa (nur) die Damen, die man daheim eher wegsperrt, weil man sich für sie schämt! Im Gegenteil, sogar als Frau kannst Du nicht aufhören, hinzustarren. Die Füdelis – so zierlich wie Pfirsichbacken, der Inhalt der Bikini-Oberteile – von guten Chirurgen gebaut! Heieiei, da wird heisse Ware feilgeboten!!! Aber als Frau wird man zu später Stunde eher schief angeschaut, wenn die sich wohlverstanden ausserhalb der Glasscheiben befindet! Ein Paradies für männliche Neugier! Aber auch die Gässchen, die man sicher zu zweit oder mehr nebeneinander begehen kann, sind hübsch. Ein Nachtspaziergang lohnt sich auf jeden Fall. Gespiesen haben wir übrigens sensationell. Fleisch, Fleisch, Fleisch ! Die Jungs haben voll reingehauen beim Argentinier. Wow.

Nach einem Schlumi in der Hotelbar sind wir todmüde in die super bequemen Federn gesunken und haben geschlafen wie die Engel!

Der zweite Tag Amsterdam hat erneut viele super Erlebnisse mit sich gebracht. Es fing schon an mit dem Frühstücksbuffet – vom Feinsten! Alles, was das Herz begehrt, sogar eine leckere Rösti!

Gleich zum Anfang unserer Städtetour besuchten wir dann die Wachsfiguren bei Madame Tussaud. Hey war das lustig. Naja, zwischendurch sogar meeeega gruselig! Während einer kurzen Zeit führte der Weg durch dunkle Gänge, wobei man immer wieder erschreckt wurde und nie wusste, welche Figuren nun echt sind oder nicht. Sobald sich die Lebendigen aber plötzlich auf einen stürzten, wusste man sofort, wer da echt ist und wer nicht. Oberschisshase Möösli musste voraus laufen, wir anderen hatten noch mehr Schiss. Dann endlich zeigten sich die Promis. Claudio konnte sich kaum zurückhalten, den berühmten Damen und Herren etwas näher zu treten…

Nach dem Museumsbesuch trennten sich unsere Wege. Claudio und Andrea fuhren zu Andreas Tante etwas ausserhalb von Amsterdam, die sehen wir erst morgen wieder. Und wir machten uns auf die Suche nach  - na was wohl? Genau, wie immer – Hardrock Café! Das Viertel der Stadt, wo es zu finden ist, lebt total! Wir waren begeistert von den vielen hübschen Strassencafés, den jungen Leuten, der friedlichen Stimmung, den abertausenden Velos… Amsterdam ist grandios und auf jeden Fall einen Besuch Wert! Wir sind so erstaunt über die lockere Atmosphäre hier. Kein Gehetze, kein Gedränge, alle freundlich und hilfsbereit. Wir genossen den sonnigen Tag, schlenderten den Kanälen entlang, schossen tolle Fotos und freuten uns über die warmen Sonnenstrahlen. Sobald diese aber verschwanden, zischte ein frischer Wind um die Hausecken. Übrigens – diese Hausecken…. Man findet selten eine Hauswand, die wirklich einfach gerade steht. Oft hat man das Gefühl, das Gebäude stürzt jeden Moment nach vorn. Die Fenstermonteure hier leisten offensichtlich hervorragende Massarbeit.
Gegen Abend begaben wir uns eher wieder Richtung Hotel und von dort über moderne Brücken zum Hafen, wo bewundernswerte Segelschiffe schlummern. Das grösste von ihnen ist ein Museum und ein Nachbau der einstigen Originals, das früher über die hohe See tuckerte. Gigantisch.
Wie freundlich und offen die Menschen hier sind, bewies ein netter Kellner, der sein Lokal eigentlich geschlossen hatte und draussen gerade die Stühle ankettete. Im Innern befand sich nur noch eine geschlossene Gesellschaft, Besucher unerwünscht. Aber wenn eine ach so nette, flehende Schweizerin daher gerannt kommt und mit allen Mitteln um eine Toilette bittet, drücken auch die Holländer ein Auge zu! Eine Minute länger warten und Chantal hätte seit ihrer Kindheit effektiv wieder einmal in die Hosen gepullert. Mann, das war knapp… Chantal hat aber auch noch andere Highlights geboten. Zum Beispiel stand sie auf einer Brücke, genoss die Aussicht, knipste herum und wunderte sich noch, was denn da dauernd so hornt und läutet. Bis Simon plötzlich daherkommt und sie auffordert, sofort die Brücke zu verlassen. Links und rechts sind kleine Barrieren niedergegangen, damit keine Fussgänger mehr die Brücke betreten. Denn…. Statt wie früher für den Schiffsverkehr hochgezogen zu werden, drehte sie sich plötzlich langsam weg vom Festland, bis sie  schliesslich parallel zum Flusslauf stand. Das etwas grössere Schiff glitt langsam durch, dann drehte sich die Brücke wieder zurück, die Barrieren öffneten sich, die Fussgänger durften drüber. Ups. Der Mann im „Wachturm“ (wie bei Baywatch) fuchtelte gewaltig mit den Armen, bis auch die Mööslis sind HINTER den Barrieren platzierten. Ach eben, das sind jene Erlebnisse, die noch in 20 Jahren erzählt werden. Ich meine, woher soll man das wissen, wenn man noch nie da war???

Nach ein paar ruhigen Minuten im Hotelzimmer, übrigens bei wunderschönem Sonnenuntergang über der Stadt, machen wir uns nun auf die Suche nach einem hübschen Lokal für den Znacht. Natürlich werden wir uns mit Kamera und Stativ bewaffnen und hoffen auf ein paar eindrückliche Nachtbilder.