6. Hochzeitstag - Bern

Das Wochenende ist vorbei - und wir sind gottenfroh, wieder daheim zu sein.... Es war kein tolles Wochenende! Aber von vorn:

Die Zugfahrt nach Bern hat sich gelohnt, wir liessen uns im SBB-Restaurant mit einem herrlichen Zmorge verwöhnen. So verflog die Zeit im Nu.
In Bern angekommen, schlugen wir uns durch die vielen Leute und die Gässchen, fanden ziemlich schnell zum Hotel, konnten das Gepäck deponieren und erkundeten die Stadt. Bis dahin schien alles seinen normalen Verlauf zu nehmen. Doch dann fing unsere Pechsträhne an:

Hotel:
ein scheussliches Zimmer, im Bad Schimmel und Kalk, alles alt und ringhörig, als ob es keine Wände gäbe. Wir machten beide Nächte kaum ein Auge zu. Vis-à-vis befand sich ein Nachtclub (oder so ähnlich). Bis in die frühen Morgenstunden lärmten die Teenies auf der Strasse. Dann fuhren die Lastwagen an und belieferten Coop und Migros direkt vor dem Haus. Danach kamen die besoffenen Zimmernachbarn heim und weckten das ganze Hotel mit lauten Schreien wie "guete Morge Bern".... In der zweiten Nacht eine neue Gruppe Jungs, die ebenfalls das Gefühl hatten, sie müssten die Sau rauslassen um 6.20h!  Unsere Reklamationen an der Rezeption wurden abgeblitzt. Es sei halt nur ein Dreisterne-Hotel. Hallo?
Wir warten jetzt gespannt auf die Antwort nach unserem sehr direkten Mail an die Hoteldirektion. Das lassen wir uns nicht gefallen!

Gastronomie:
die ganzen drei Tage lang versuchte ich, irgendwo mal eine Schoggi-Mélange zu trinken. Aber überlall hiess es "mir hei ke Melaasch".... Das Starbucks-Café hat "gerade keine Java Chip mehr" und in einem der vielen Beizen mit Strassenstuhlung hiess es, es dauere mindestens 20 Minuten für einen Flammkuchen. Ja dann leck mich doch... essen und trinken wir eben nicht, worauf wir eigentlich Lust hätten.....

Wetter:
Das tolle Schiffwetter animierte uns - zu gar nichts! Auf den Gurten - keine Lust bei diesem Wetter! Rosengarten - keine Lust bei diesem Wetter! Also beschränkten wir unseren Aufenthalt auf Shopping und rumhängen im schrecklichen Hotelzimmer. Wir mussten sogar noch einen Schirm kaufen, weil wir keinen dabei hatten. Wie tragisch ist das denn... Smile

Die Stadt:
Das ist so ziemlich das einzig Tolle an diesem Ausflug: die Stadt Bern ist wirklich schön! Ein Shopping-Paradies und eine Augenweide!
Die Führung durch das Bundeshaus hat uns sehr beeindruckt. In den vielen Läden unter den hübschen Arkaden wurden wir immer wieder fündig - sogar ein Fotostativ aus den 70er-Jahren für 20.- mussten wir kaufen, weil wir unseres daheim gelassen haben.... So blöd! Nur für ein paar Nachtbilder vom beleuchteten Bundeshaus.

Die Heimkehr:
Weil wir uns so nach unseren eigenen vier Wänden sehnten, nahmen wir gleich nach dem Frühstück am Sonntag reissaus und waren um 14h schon daheim - todmüde, fix und fertig. Zuerst gab es ein sehr ausgedehntes Mittagsschläfchen bis am Abend. Und dann  - welch hübscher Empfang - hämmern unsere neuen tschechischen Nachbarn (am Sonntag!) Bilder an die Wand und prägen unsere Aussicht neuerdings mit täglich behangenem Wäscheständer auf dem Sitzplatz. Die Nerven kamen nicht zur Ruh!

Es ist schon traurig, dass wir uns sogar freuten, endlich wieder in einen ganz normalen Arbeitsalltag starten zu können.
Trotz all den misslungenen Punkten an diesem Wochenende haben wir unsere Zweisamkeit versucht zu geniessen. Nächstes Jahr ist Göttergatte wieder dran mit der Organisation. Und er wird es einfach haben - denn es kann nur besser werden!