Thailand 2013

Bangkok ist schon wieder passé…(snief...)

Obwohl wir schon einiges in Bangkok kennen, brachte uns der letzte Tag nochmals ein paar eindrückliche und unglaubliche Erlebnisse.

Zuerst besuchten wir den Wochenendmarkt. Bisher verpassten wir den immer, weil wir nie am Wochenende da waren. Einige Stände hätten zwar immer offen, aber das muss man einfach mal in kompletter Form sehen. Was ist so besonders an diesem Markt: er ist in seiner Art der grösste der Welt. Die 10‘000 (kein Witz) Marktstände verteilen sich auf einer Fläche von 1.13 Quadratkilometern. Die Stände sind unter Blechdächern in „offenen Hallen“ eng aneinandergereiht. Auch ausserhalb dieser vielen verwirrenden Gängen preisen die Thais alles Mögliche an: Kleider, Lebensmittel, Gewürze, Souvenirs, Stoffe, Haushaltwaren, künstliche Blumen, lebende Tiere und natürlich herrlich duftendes Essen an jeder Ecke. In den Hallen sind es gefühlte 45°, draussen etwa 38°. Überall cooler Sound und einfach nur JEDE MENGE LEUTE, Touristen und Einheimische gemixt!!! Man schätzt, dass täglich ca. 300‘000 Leute dorthin pilgern. Uns kam es so vor, als ob die alle auf ein Mal dort waren. Sowas ist einfach unglaublich. Alles kann man gar nicht besichtigen – 2h reichen sowieso vollkommen aus, um alle Produkte zu sehen. Irgendwann ist es immer wieder das gleiche. Die Ware ist nach Hallen aufgeteilt, so dass es dann irgendwann an jedem zweiten Stand wieder das gleiche gibt. Man hechelt nach Getränken, saftet aus jeder Pore und hat nicht einmal Bock, Kleider zu kaufen, weil die eigenen so am Körper kleben, dass man sich nicht traut, etwas Neues zu probieren. Bis auf ein paar Gewürze und ein kleines Täschchen für den Ebook-Reader haben wir echt nichts gekauft! Gut oder? Später auf Ko Samui wird alles ebenfalls zu finden sei – auch wenn vermutlich einiges teurer.

Die Abreise aus Bangkok nahte, alles klappte einwandfrei, die eine Stunde Flug nach Koh Samui war um einiges feudaler als der SWISS-Flug!!! Wir habens gemessen. Die Sitze in der Bangkok Airways waren viel breiter! Nun denn, dafür sind die „Geschäftsleute“ hier auf der Insel Halsabschneider. Für eine Taxifahrt ab Flughafen bis Hotel zahlten wir umgerechnet Fr. 20.-. Das ist eine Schweinerei!!! Hier weigert sich jeder Taxifahrer, den Taximeter einzuschalten. Und interessanterweise kann man fragen, wo man will, überall sind die Mafia-Preise gleich hoch. Fast keine Chancen zum Märten! Für uns stand deshalb schon daheim fest, dass wir uns so schnell wie möglich selber motorisieren.

Die Hotelbuchung hat einwandfrei  funktioniert, die kleine Poolvilla gefällt uns immer besser. Als wir ankamen, war sie bestimmt nicht an jeder Ecke geputzt. Aber wir haben ein klimatisiertes Zimmer mit dem Bett drin, alles andere ist im überdachten Freien. Eine kleine Sitzlounge mit Schreibtisch, das WC und die Dusche sind gegen den eigenen Swimmingpool hin offen. Eine ca. 2.5m hohe Mauer umgibt das Ganze. Zu deutsch: man braucht eigentlich nur Kleider, wenn man das Gemäuer verlässt J. Es ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig, auf dem Klo eine Sitzung abzuhalten, dabei eine zu rauchen gegen die drohende Moskito-Invasion, nicht vom „Sitzungsstress“, sondern vom Klima ins Schwitzen zu kommen und erst noch keinen Duftspray verwenden zu müssen, weil die frische Luft gleich alles abzieht  J Der Zimmereigene Pool ist natürlich die cooooolste Sache! Durch das open-air-Feeling ist es natürlich unvermeidbar, dass mal Blätter oder Blütenreste der Pflanzen darin schwimmen, aber das ist ja egal. Wer sich unter diesen Umständen beklagt, das Zimmer sei  nicht sauber, ist doof oder stammt von unserem nördlichen Nachbarsland…

Am ersten Tag hier auf der Insel haben wir nicht mehr viel angestellt. Etwas eingenistet, dann am grossen Pool beim Meer vorne einen Apéro genossen, anschliessend an einem hübschen Tischchen im Sand fein gegessen. Vor dem Schlafen nochmals in den Zimmerpool gehüpft und dann angenehm abgekühlt genächtigt.

Das Frühstücksbuffet heute Morgen liess keine Wünsche offen- wenige Schritte vom Meer entfernt, leckere Auswahl an Aufschnitt, Käse, Würstli, Speck, Eiernüdeli mit Gemüse, div. Brote mit div. Gonfis, Säfte, Müesli, Früchte und wie hier üblich der „Egg-Station“ > die Eierecke, ein kleiner separater Stand mit zwei Gasherdplatten. Dem Koch sagt man, wie man sein Ei gerne hätte (Rührei, Omelette mit wählbaren Zutaten wie Schinken oder Zwiebeln, Spiegelei etc.). Das wird dann extra für einen zubereitet und in den Teller gekippt. Mmmmhhh.

Nach dem Frühstück wurde es Zeit für den ersten Einkauf und die Mobilisierung. Das Hoteltaxi brachte uns wieder für ein Schweinegeld ins Einkaufszentrum. Dort rüsteten wir uns mit Getränken und ein paar Knabbereien für die nächsten Tage aus. Danach schnappten wir uns beim Töffhändler vis-à-vis eine geile Kawasaki-Maschine (wir sind nicht ganz sicher, aber vermuten eine 650er). Eigentlich wollten wir den Chopper, aber der wurde gleich zwei Stunden vorher vergeben. Also nehmen wir jetzt für drei Tage die Kawasaki, danach gehen wir tauschen. So war zumindest die erste Idee. Mittlerweile haben wir aber gesehen, dass man ganz coole Zweiplatz-Jeeps mieten kann. Kleine lustige Wägelchen mit einer stinkwichtigen Ladefläche hinten. Die wären sogar günstiger als  der eigentlich geplante Honda Shadow-Töff. Vermutlich werden wir nun also nach drei Tagen umsteigen auf vier Räder, obwohl die Anzahl Sitzplätze bleibt. Das wird sicher lustig. Und wenigstens ein bisschen sicherer.

Nach drei relaxten Stündchen auf den Liegestühlen am Meer und dem ersten Bad in der warmen Pfütze war es bereits dunkel. Znacht gab es heute an der benachbarten Bo Phut-Beach (wir wohnen an der Mae Nam-Beach). Simon sehnte sich nach Fisch, also fanden wir ein fantastisches Restaurant mit Tischen direkt am Strand. Zuerst empfanden wir die Preise noch für ziemlich stolz. Doch was uns dafür geboten wurde, hätte für drei Tage gereicht. Und Simons Fisch sei hervorragend gewesen. Auch das grüne Curry von Chantal schmeckte vorzüglich. Das anschliessende Lädeli-Schlendern brachte die ersten Shoppingerfolge auf Koh Samui und das spätere Tagesabschluss-Baden im Pool den ersehnten Seelenfrieden für den heutigen Tag. Wir freuen uns, ab morgen die Insel auf eigene Faust zu erkunden. 

Bangkok 28.3.-31.3.2013

Nach dem äusserst angenehmen Flug mit der SWISS nach San Francisco im Herbst 2012 waren wir überzeugt, auch nach Bangkok bequem und zufrieden einen 11h-Flug zu überstehen. Nur leider haben wir ausser Acht gelassen, dass vom Flugzeugtyp A340 auch ältere Modelle in Betrieb sind. Älter bedeutet: kleinere Sitzabstände, älterer Bildschirm. Der Bildschirm wäre uns ja egal gewesen. Aber der Sitzabstand – bis Reihe 40 „normal“, danach eine Tortur. Na dann ratet mal, wie es war in Reihe 41!!!! Kaum Platz für die Füsse, bewegen konnte man sich eigentlich nicht, und wenn der vordere seine Rückenlehne kippte, sahen wir nicht mehr in den Bildschirm, auch wenn wir unsere Lehne noch so nach hinten drückten… Als „Entschädigung“ gabs von der Stewardess eine Swiss-Blechdose mit Augenklappe, Socken und Zahnpasta. Ganz hübsch und auch üüüüberhaupt nicht platzraubend daheim irgendwo in einer noch freien EckeJ

Nun denn, als wir endlich thailändischen Boden unter den Füssen und die herrliche Wärme auf der Haut spürten, waren die Strapazen schnell vergessen. Der feudale Taxiservice brachte uns ins super zentral gelegene Hotel, mit der Buchung klappte alles, das Zimmer ist toll, die Betten meeegabequem und das Personal zuvorkommend. Am ersten Abend konnten wir zu Fuss gleich ins Zentrum schlendern. Die früheren Male war das Hotel für hier hin nur per Taxi erreichbar. Jetzt sind wir mittendrin. Direkt vor der Haustür gabs dann noch die obligate Fussmassage – obwohl Simon das Gefühl hatte, die Masseurin wolle ihn töten J. Das immer noch ungelöste Rätsel dieses Landes: wie bringen so kleine, zierliche Frauen einen derart verdammt brutalen Druck auf ihre Unterarme???

Erster Morgen – fantastisch geschlafen – kaiserliches Frühstücksbuffet – Gliederschmerzen an jeder Stelle, die gestern von der Masseurin berührt wurde. Der arme Simon war überzeugt, er habe blaue Flecken am Nacken. Aber neeein, das sind nur seine Muskeln. Bis wir wider heim kommen, ist das alles schön gelockert und durchgeknetet.

Erster Mittag – Schlendertour einem Klong (Kanal) entlang durch die Wohnquartiere der Einheimischen ins Shoppinggetümmel – Getümmel war zu viel (mit uns als einzige Touristen, sonst nur Thais beim Hamsterkauf ) – also Erholungsshake im Starbucks Coffee. Dann ab ins grösste Elektronik-Einkaufszentrum. Handys, Tablets, Notebooks und Kameras an jeder Ecke auf 8 Etagen! Brrrr….

Zurück ins Hotel schlendern (wir haben den gleichen Weg wieder gefunden und sind auch zu Fuss zurück! Olé) – dann hops in die Badehose und abkühlen im Pool auf der ca. 12. Etage mit Blick über das Stadttreiben. Sooo geil!

Frisch geduscht (wozu eigentlich?) per Tuktuk zur bekannten Ausgangsmeile, dort fein und viel gegessen, dann Shopping – aber was ist hier passiert? Die sonst so gefüllten Gassen fast leer, die Stände mit klaffenden Löchern > wo einst die vielen gefälschten Markenuhren angeboten wurden, liegen nur ein paar Plastikmappen als „Katalog“. Wir vermuten, dass ziemlich massiv gegen diese Markenfälschung-Industrie vorgegangen wurde in den letzten zwei Jahren. Deshalb stellen die Verkäufer nichts mehr aus. Aber wenn man eine Uhr will, bekommt man sie immer noch – einfach im Hinterkämmerchen J Und wo sind die Touristen? Von der Uhrzeit her waren wir nicht zu früh dran, vielleicht aber etwas nach Hauptsaison. Keine Ahnung, auf jeden Fall konnte man in Ruhe und ohne Schubsen und Drängeln durchspazieren. Komisch. Drei Gürtel mussten dann doch noch sein. J

Zurück ins Hotel, Schlumi auf der Dachterrasse – armer Simon hat sich „schwer“ verletzt an der schnittigen Stuhlkante, und jetzt zufrieden (und todmüde) ins Bettchen.

Für morgen Abend haben wir spontan ein so genanntes „Diner Cruise“ gebucht – Nachtessen von 20h bis 22h auf dem Fluss in einer alten Reisbarke. Das sind die mega herzigen Schiffchen, die jeden Abend auf dem Fluss umherkurven. Ich wollte schon immer in einem solchen mitfahren und freue mich nun seeeehr auf einen perfekten Schlussabend!